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Wie das verlorene Schöne an ein neues Schönes geknüpft werden kann, ist dann das Thema des großen kulturphilosophischen Gedichts "Die Künstler", in dem Schiller einen Gang durch die Weltgeschichte unternimmt, um zu zeigen, dass der Mensch seiner Würde sich immer nur dann gewiss sein konnte, wenn er sich als Künstler aussprach:

 

Im Fleiß kann dich die Biene meistern,

In der Geschicklichkeit ein Wurm dein Lehrer sein,

Dein Wissen teilest du mit vorgezognen Geistern,

Die Kunst, oh Mensch, hast du allein.

Nur durch das Morgenthor des Schönen

Drangst du in der Erkenntniß Land.

An höhern Glanz sich zu gewöhnen,

Übt sich am Reize der Verstand.

Was bei dem Saitenklang der Musen

Mit süßem Beben dich durchdrang,

Erzog die Kraft in deinem Busen,

Die sich dereinst zum Weltgeist schwang.

 

Das Gedicht besagt weiter, die Schönheit sei zwar noch nicht so vollkommen denkbar, dass aus ihr Freiheit und Wahrheit entspringt; aber "einst" werde die Schönheit als Wahrheit den Menschen "entgegen gehen" und dann - so Schiller:

 

Empfangen sie das reine Geisterleben,

Der Freyheit süßes Recht, zurück-

 

Und denen, über die Schiller hier in Versen spricht, die Künstler, also auch sich selbst, ruft er emphatisch zu:

 

Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben,

Bewahret sie!

Sie sinkt mit euch! Mit euch wird sie sich heben!

 

War auch Schiller gelegentlich ein sonderbarer Schwärmer?




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