Schiller war, wie die frühen Schellack-Schauspielerporträts beweisen, der Liebling der darstellenden Künstler. Auf den ersten Grammophonplatten von Max Montor, Ernst Heinrich von Possart, Adolf von Sonnenthal, Ludwig Wüllner oder Alexander Moissi fehlt Schiller nie.
Und Schiller blieb der Favorit der Schauspieler und Rezitatoren bis in die 50er Jahre hinein. Vor allem die Schiller-Gedächtnisfeiern 1955 und 1959 haben ihre Tonspuren in einer Menge Vinyl hinterlassen.
Anschließend wurde es ruhiger um Schiller. Der Klassiker galt als verbraucht und die Zeit der Schauspieler-LPs ging, von herausragenden Ausnahmen abgesehen (Oskar Werner, Klaus Kinski), ihrem Ende zu.
Offenbar musste erst das Jubiläumsjahr 2005 kommen, um, wie die zahlreichen Produktionen zum 200. Todestag zeigen, die Lust auf Schiller erneut zu wecken - der übrigens nie nachweislicher irrte als im Prolog zum "Wallenstein", wo er schrieb: "Denn schnell und spurlos geht des Mimen Kunst, / Die wunderbare, an dem Sinn vorüber". | |